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Das Profil des Fachgebietes Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Die Psychosomatische Medizin ist ein fachärztliches Gebiet. Das wichtigste Anliegen dieses Gebietes ist es, die seelische (psychische) und die körperliche (somatische) Verfassung des Patienten in einem ganzheitlichen, psychosomatischen Zusammenhang zu sehen.Viele Funktionen des Körpers gehen mit seelischen Erregungsabläufen einher. Manche nehmen wir als Gefühl wahr; und Gefühle wiederum können sowohl einzelne Körperfunktionen als auch ganze Organe beeinflussen. Ein harmloses Beispiel ist das spürbare Herzklopfen bei großer Freude. Ein weniger harmloses Beispiel ist dagegen ein Bluthochdruck als Folge eines nicht gespürten, innerseelischen Nebeneinanders von verdrängter Wut und Angst.Mit psychotherapeutischen Methoden können nicht nur Beschwerden des seelischen Befindens gelindert werden, sondern der psychosomatische Facharzt kann auch gestörte Körperfunktionen von der psychischen Seite her wirksam behandeln.


Die Weiterbildung

Die Inhalte der Psychosomatischen Medizin gehören schon seit langem als Pflichtfach zur ärztlichen Ausbildung. Das entsprechende fachärztliche Gebiet wurde 1992 vom Deutschen Ärztetag beschlossen und „Psychotherapeutische Medizin" genannt; seither wird es in der medizinischen Versorgung umgesetzt. Seit 2003 heißt das Fachärztliche Gebiet Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Die wesentlichen Inhalte der fachärztlichen Weiterbildung bestehen in dem Erwerb von eingehenden Kenntnissen über Krankheiten, bei deren Entstehung seelische Einflüsse und seelisch-körperliche Wechselwirkungen maßgeblich beteiligt sind. Der Facharzt erwirbt außer der Fähigkeit zur Diagnose und spezifischen Behandlung dieser Krankheiten auch die notwendige Fähigkeit zur Selbstreflexion.In seiner psychotherapeutischen Weiterbildung lernt er außerdem, krankhafte Persönlichkeits‑ und Verhaltensstörungen zu behandeln, denn auch diese können sich auf die körperliche Gesundheit negativ auswirken und eine bestehende Krankheit weiter verschlimmern.


Das berufliche Behandlungsspektrum

Der Psychosomatiker orientiert sich an einem ganzheitlichen, „bio-psychosozialen" Verständnis des Patienten. Dabei ist die Psychotherapie für ihn ein wesentlicher Bestandteil seines ärztlichen Selbstverständnisses. Er versteht sich in der Medizin als Spezialist für alle psychosomatischen Aspekte von Gesundheit und Krankheit. Der Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie wird daher immer auch nach psychischen, familiären und sozialen Gründen für die jeweiligen Beschwerden suchen. Der Psychosomatiker ist auch für solche Krankheiten zuständig, die sich zunächst nur in Gestalt von „Problemen" bemerkbar machen. Dahinter können sich ungelöste Konflikte als Ausdruck von Krankheit verbergen. Seelische Ursachen für körperliche Beschwerden sind kein Grund für Schamgefühle. Man sollte deshalb dem Hausarzt eine Überweisung zum Psychosomatiker nicht verübeln; andererseits sollte man aber auch nicht glauben, man sei gesund, wenn der Arzt im körperlichen Bereich „nichts" findet.


Die Kompetenzen

Der Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie ist zugleich Arzt und Psychotherapeut. Mit seiner medizinischen und psychotherapeutischen Kompetenz kann er im diagnostischen Gespräch mit dem Patienten die psycho-somatische Natur einer Erkrankung erkennen und die geeignete Therapie vorschlagen. In der Psychotherapie lernt dann auch der Patient, die Zusammenhänge zwischen Erleben, Verhalten, Körper und Krankheit zu verstehen. Der Psychosomatiker kann als Arzt auch beurteilen, ob weitere gezielte medizinische Untersuchungen notwendig sind und ob neben einer psychotherapeutischen Behandlung auch Medikamente eingesetzt werden müssen.Die fachärztliche Kombination von medizinischen Maßnahmen und Psychotherapie in einer Hand hat für den Patienten große Vorteile, denn damit wird ein abgestimmtes Vorgehen bei Diagnostik und Therapie gewährleistet.


Die Tätigkeiten

Der Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie kann über psychosomatische Krankheitsursachen aufklären und damit psychosomatischen Krankheiten vorbeugen. Er kann psychosomatische Störungen früh erkennen und damit Chronifizierungen (Verfestigungen) vermeiden helfen.Der Psychosomatiker sucht nach der geeigneten Behandlungsmethode für den Patienten. Er behandelt mit den zugelassenen psychotherapeutischen Methoden oder zieht bei Bedarf weitere Spezialisten hinzu. Der Psychosomatiker kann auch helfen bei der Wiedererlangung verloren gegangener geistig‑seelischer Fähigkeiten (Rehabilitation) und beim Umgang mit psychosomatischen Behinderungen.
                   







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